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Leuchtturm „Torre de Hércules“ in La Coruña


gaeatravel - März 9, 2024 - 0 comments

Der älteste funktionierende Leuchtturm der Welt

Der Leuchtturm „Torre de Hércules“ ist der älteste noch funktionierende  Leuchtturm der Welt. Die Geschichte des Turms lässt sich in drei Perioden unterteilen: seine Entstehung im Römischen Reich, eine lange Periode im Mittelalter, als er eine wichtige Verteidigungsanlage war, und schließlich sein Wiederaufbau und seine erneute Nutzung als Leuchtturm.

Während des Römischen Reiches wurde die Stadt A Coruña, die damals Brigantium hieß, zu einer der wichtigsten Anlegestellen für den Seeverkehr der Römer, da sie eine ideale Verbindung zwischen dem Mittelmeer und dem Atlantik darstellte. Die schwierige und gefährliche Lage des Gebiets mit starken Gezeiten udn tückischen Klippen führte jedoch zu Hunderten von Schiffsunglücken und Todesfällen pro Jahr, weswegen sie den Namen Todesküste (Costa da Morte) erhielt. So diente der Herkulesturm als Signal und Navigationsinstrument für die Orientierung und Wegweisung der Schiffe auf ihrer Fahrt über den Atlantik und bei einer Umrundung der westlichen Küste Spaniens. Als er gebaut wurde, war er weit von der römischen Stadt Brigantium entfernt, aber die Distanz wurde nach und nach verringert, bis sie schließlich ganz verschwand. Heute ist der Turm in La Coruña in einen großen Stadtpark integriert, der 50 Hektar einnimmt.

1927 fand eine letzte wichtige Veränderung statt, um das Licht des Leuchtturms durch Strom zu erzeugen.

Erbaut von den Römern

Aufgrund des rauen Meeres und der gefährlichen Küste sahen sich die Römer veranlasst, diesen Leuchtturm zu bauen, der etwa 50 Meter über dem Meeresspiegel auf einem Hügel namens Punta de Eiras steht. Es ist nicht genau bekannt, in welchem Jahr der Leuchtturm erbaut wurde,  aber Forscher gehen davon aus, dass er in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhundert n. Chr. errichtet wurde. Der Erbauer war wahrscheinlich der aus Lusitanien stammende Architekt Gaius Sevius Lupo. Gaius Sevius hinterließ am Fuße des Turms eine Gedenkinschrift, die auf der Grundplatte des Denkmals erhalten ist und von einem Gebäude aus dem frühen 19. Jahrhundert geschützt wird. Der Leuchtturm war während des gesamten Römischen Reiches in Betrieb und steigerte den Seeverkehr im Gebiet von Brigantium beträchtlich, was es zu einem der wichtigsten Hafengebiete der gesamten Epoche machte. Mit dem Niedergang des Römischen Reiches ging auch der Seeverkehr erheblich zurück. Es war eine Zeit der Vernachlässigung, in der der Leuchtturm stark verfiel und die Außenrampe, die den zentralen Kern umgab und den Zugang zur Laterne ermöglichte, sowie die vier Außenfassaden, die ihn schützten, zerstört wurden. Die Winde, der Salpeter und die Regenfälle, die während der Winterstürme in diesem Gebiet herrschten, beschädigten den Mörtel der Mauern, aber auch das Wirken des Menschen war ein entscheidender Faktor, denn in dieser Zeit wurde der Turm zum Steinbruch der Stadt, und die Steinblöcke, aus denen die Rampe und ihre Struktur bestanden, wurden von den Bewohnern der Gegend nach und nach abgebaut, um sie für den Bau der neuen Gebäude, die damals in der Stadt errichtet wurden, wiederzuverwenden.

Das Innere des Herkulesturms bewahrt den römischen Leuchtturm, der auf drei Ebenen mit vier Kammern pro Stockwerk organisiert ist. Die Verbindung zwischen den Kammern auf jeder der drei Ebenen erfolgte ursprünglich in einer transversalen Ost-West-Ausrichtung und immer zu zweit, um zu verhindern, dass die vier Räume auf derselben Etage miteinander verbunden werden, um so die Ausbreitung eines hypothetischen Brandes zu verhindern und gleichzeitig den Widerstand im Falle eines Angriffs zu begünstigen. Der Zugang von außen zu jeder dieser Kammern erfolgte durch die Türen an der aufsteigenden schraubenförmigen Rampe, die den Turm umgab und die den Aufstieg nach oben ermöglichte. Der Brennstoff, der den Leuchtturm versorgte, wurde über diese Rampe nach oben gebracht.

Der Turm und seine Legenden

Der Turm ist 55 Meter hoch –  37,58 m stammen noch aus römischer Zeit, wobei 3,20 m unter der Plattform liegen, die  zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichtet wurde. Die restlichen Meter sind unter der klassizistische Fassade einer Restaurierung aus dem 18. Jahrhundert verborgen. Er ist damit der dritthöchste Leuchtturm Spaniens (er wird nur von dem in Chipiona und in Maspalomas übertroffen). Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts, wurde er Faro de Brigantina genannt, aus dem lateinischen Farum Brigantium. Er wurde von der UNESCO 2009 auf die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen, da er der einzige römische Leuchtturm der Welt ist, der zwar nicht vollständig aber doch mehr als zu 60% erhalten ist, und heute noch funktioniert. Damit wird er zu einer der wenigen Weltkulturerbestätten Galiziens. Er ist das Wahrzeichen von A Coruña und das markanteste und wichtigste Element des Stadtwappens, das die Legende von Herkules und Geryon perfekt widerspiegelt. Er befindet sich auf dem Hügel Punta Eiras, der fast 57 Meter hoch ist, und erreicht damit eine Höhe von 111 müM. Es handelt sich um einen rechteckigen Turm, dessen Seiten etwa 11,75 m breit sind. Fast 240 Stufen sind im Inneren zu erklimmen, um zu seinem höchsten Punkt zu gelangen. Das Licht, das alle 25 Sekunden ausgesendet wird, hat eine Reichweite von 26 Meilen.

Viele Legenden ranken um die Entstehung des Leuchtturms. Eine der populärsten Legenden besagt, dass Herkules mit dem Schiff in den Bereich der galizischen Küste kam, in dem sich der Turm heute befindet. Er hatte vom Orakel von Delphi 12 Aufgaben erhalten, die er zu erfüllen hatte. Eine von diesen Aufgaben war, das Vieh des König Geryons zu stehlen, das auf der Landzugen von Cádiz weidete. Geryon war der erste mythologische König von Tartessos. Diese Legende steht für die Weiterführung der tartessisch-phönizischen Kultur in römischer Zeit. Geryon traf auf Herkules‘ Schwester, die in der Öffentlichkeit in Ungnade gefallen war. Als Herkules davon erfuhr, machte er sich wütend auf die Suche nach dem König und begann eine lange Verfolgungsjagd über Land und Meer, die nach drei langen Tagen intensiver Kämpfe endet. Herkules gelang es, König Geryon zu besiegen, indem er ihn enthauptete. Seinen Kopf vergrub er an der gleichen Stelle, wo er einen Turm zum Gedenken an seinen Sieg errichten liess. Später sollte in der Nähe des Turms eine Stadt entstehen. Sie wurde Crunia (A Coruña) genannt, zu Ehren der ersten Frau, die die Stadt bevölkerte.

Laut einer anderen Version sollen es die Bewohner dieser Gegend Galiziens gewesen sein, die Herkules um Hilfe baten, um ihren grausamen König Geryon loszuwerden. Herkules besiegte den Riesen Geryon in einem Kampf und begrub seinen Kopf an dem Ort, an dem sich heute der Turm befindet.

Eine weitere Legende erwähnt das „Buch der Invasionen“, das von irischen Mönchen im 12. Jahrhundert verfasst wurde: es erzählt wie König Breogan, ein mythisch galizischer König, die Stadt Brigantia und einen großen Turm neben ihr gründete. In einer Winternacht sieht Ith, einer von Breogans zehn Söhnen, von der Spitze des Turms aus die Küsten Irlands und beschließt, sich auf den Weg zu machen, um sie zu erobern. Doch es kommt anders als erwartet, und es führt zu einer Tragödie: Ith wird getötet und sein Leichnam wird in die Länder von Brigantia zurückgebracht. Aus Rache und um seine Ehre zu wahren, stellt sein Bruder Mil eine große Armee auf und macht sich auf den Weg in die Länder Irlands. Nach einem harten Kampf gegen die Menschen erobert er schließlich das Land und rächt seinen Bruder.

Der Name des Turms stammt letztendlich aus der mediterranen Legende, in der Herkules den König Geryon erschlägt und seinen Kopf an der Stelle vergräbt, an der der Turm des Herkules zum Gedenken an seinen Sieg errichtet werden sollte.

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