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Karwoche in Spanien


gaeatravel - März 20, 2024 - 0 comments

Semana Santa in Spanien

Die Karwoche ist das wichtigste religiöse Fest des Jahres, sie fällt im katholischen Kalender mit der letzten Woche der Fastenzeit zusammen und dauert von Palmsonntag bis Ostersonntag. Eine der charakteristischsten Elemente der Karwoche in Spanien sind die Prozessionen, die in den Strassen der verschiedenen Städte abgehalten werden.

Für uns als DMC Agentur Spanien bietet diese Zeit eine einmalige Gelegenheit, maßgeschneiderte Reiseerlebnisse anzubieten, die den kulturellen Reichtum und die Traditionen dieser beeindruckenden Feierlichkeiten hervorheben.

Die Karwoche stellt die letzte Woche Jesu auf Erden dar. In dieser Woche wird der verschiedenen Leidensstationen Christi gedacht, von seinem triumphalen Einzug in Jerusalem, seiner Verhaftung, seinem Kreuzweg bis hin zu seinem tragischen Tod und glorreicher Auferstehung.

Unser Ziel ist es Sie dabei zu unterstützen, diese bewegenden Momente authentisch zu erleben.

Verschiedene Theorien weisen auf den Ursprung dieser Prozessionen hin. Einer dieser Theorien ist im relgiösen Theater zu suchen. Im Mittelaler wurden die Passionsspiele, die so genannten “Autos de la Pasión”, im Rahmen der liturgischen Gottesdienste in den Kirchen oder auch in den Säulengängen der Kreuzgänge durchgeführt. Diese Stücke, die ursprünglich von Personen aufgeführt wurden, wurden nach und nach umgestaltet und die Schauspieler durch Skulpturen aus Holz und Stoff ersetzt. Diese Skulpturen wurden ein wesentlicher Bestandteil der Prozessionen. Diese Kunst war als Bildsprache bekannt, die religiöse Szenen und Figuren auf sehr realistische Weise darstellte.

Der Ursprung dieser Prozessionen liegt im Wunsch der christlichen Bevölkerung, das Leiden Christi nachzuahmen. Es handelt sich hierbei um die Darstellung dessen, was die Pilger auf der Via Santa oder der Via Dolorosa in Jersualem erlebten, nämlich die Begleitung Christi auf seinem Leidensweg mit dem Kreuz. Als die Franziskaner, die sich im Heiligen Land aufgehalten hatten, um die Heiligen Stätten zu bewachen, in ihre jeweiligen Herkunftsprovinzen zurückkehrten, brachten sie viele Praktiken mit, wie die Passionsbruderschaften und die Kreuzwegstationen.

Für unsere DMC Agentur ist es von großer Bedeutung, dieses tiefe religiöse Erlebnis für Besucher zugänglich zu machen und ihnen zu ermöglichen, Teil dieser tiefgründigen Traditionen zu sein.

Es entstanden Bruderschaften des Heiligen Kreuzes (Vera Cruz) um die Reliquien des Kreuzes Jesu, die eventuell von den Franziskanern aus dem Heiligen Land mitgebracht worden waren. Im 15. Jh. kehrte Álvaro de Córdoba aus dem Heiligen Land zurück und errichtet in der Sierra Morena Kapellen, die er nach den Heiligen Stätten benannte; so entstand der erste Kreuzweg in Europa. Ein Jahrhundert später unternahm der sevillanische Adlige Fadrique Enríquez de Ribera eine Reise nach Jerusalem und organisierte bei seiner Rückkehr nach Sevilla einen Kreuzweg von seinem Palast zu einem Schrein mit einem Kreuz. Die Entfernung zwischen dem Palast und dem Kreuz entsprach der Entfernung zwischen dem Haus des Pontius Pilatus und Golgatha in Jerusalem, so dass der Palast in Sevilla als „Haus des Pilatus“ bekannt wurde.

Bereits im 12. und 13.  Jahrhundert, mit dem Aufkommen der Bruderschaften, wurden vereinzelt Prozessionen durchgeführt. Es wurden Bruderschaften gebildet, die Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund, sozialem Status oder Beruf integrierten (hermandad), aber auch Bruderschaften, die den gleichen Beruf ausübten (cofradía). Sie schlossen sich zusammen, um einerseits karitativen Zwecken zu dienen, wie z.B. Obdachlosen zu helfen, Beerdigungen durchzuführen und auch Geld oder Lebensmittel zu verteilen. Aber es gab auch religiös-politische Bruderschaften, die Barmherzigkeit gegenüber Gefangenen walten liessen, ebenso wie Bruderschaften, die den Bau von religiösen Gebäuden, Krankenhäusern und auch Brücken unterstützten.

Es waren schwierige Zeiten – es gab Hungersnöte, Epedemien und Naturkatastrophen, worin die Menschen eine Strafe Gottes für ihre Sünden sahen und Busse tun wollten. Als Zeichen der Busse fing man an, die Leidensgeschichte Jesus nachzuspielen, um die Passion Christi gemeinsam erleben zu können. Die verschiedenen Bruderschaften förderten diese Prozessionen, die der Verehrung Christi dienten. Die hohe Sterblichkeitsrate dieser Zeit führte zu einem Wandel in Bezug auf den Tod. Die christliche Frömmigkeit war nun nicht mehr freudig, sondern schmerzhaft, so dass der Schwerpunkt auf das Leiden und Sterben Jesu gelegt wurde, und nicht mehr – wie zu Beginn – auf die Auferstehung. Ab dem 14. Jh. wurden die Gruppen der Flagellanten in Europa immer zahlreicher, wenn es sie auch schon vor den Pestepedemien gab.

Der Ursprung der Prozessionen, wie man sie heute kennt, geht auf das 16. Jahrhundert zurück, als sich die Katholische Kirche durch die Reformation Martin Luthers bedroht fühlte und mit einer Gegenreformation begann. Mit der aufkommenden Reformation verspürten die Menschen das Bedürfnis, auf die Strasse zu gehen, um ihren Glauben – den Katholizismus – öffentlich zu demonstrieren. Gleichzeitig konnte man auf diese Art und Weise dem einfachen Volk, das zum Grossteil aus Analphabeten bestand und auch die Messen, die in Latein zelebriert und deswegen nicht verstanden wurden, die Leidensgeschichte Jesu nahebringen. Auch wollte man sie durch den Prunk und die Aufwendigkeit dieser Prozessionen beeindrucken, damit sie nicht auf die „Ketzer“ und die „Irrlehren“ hörten, die aus dem Norden kamen.

Als DMC Agentur Spanien setzen wir uns dafür ein, diese bedeutenden Elemente unserer Geschichte hervorzuheben und Besuchern ein authentisches Erlebnis zu bieten, das sie tief mit unserem kulturellen Erbe verbindet.

Figuren die bis zu 5 Tonnen wiegen

Bereits im 18. Jh., unter Karl III., war es verboten, dass Büsser sich während der Prozessionen geisselten. Die Feierlichkeiten beschränkten sich auf die Prozessionen, bei denen die Büsser Kerzen anzündeten, um die Skulpturen zu beleuchten, die von anderen Mitgliedern der Bruderschaft getragen wurden. Geistliche begleiteten dieses Prozessionen mit Gesängen. Im 19. Jh. wurden dann Musikkapellen eingeführt, die die Holzpodeste, die sogenannten „Pasos“ (vom lateinischen passus ‚Szene, Leiden‘ ) – manchmal auch „Tronos“ genannt – begleiteten. Auf diesen Pasos sind Szenen aus der Leidensgeschichte Jesu dargestellt. Diese Pasos können bis zu fünf Tonnen wiegen und werden normalerweise – je nach Gewicht – von etwa 50 Costaleros auf den Schultern getragen. Die Mitglieder der Bruderschaften, die als Büsser bei den Prozessionen mitgehen, werden Nazarener genannt und tragen Tuniken mit konischen Hüten, die auf die Büssergewänder in der Inquisitionszeit zurückgehen. Diese spitzen Hüte – capirotes genannt – sind mit einem Tuch versehen, das nur die Augen freilässt. Als Zeichen der Busse geht man barfuss, hat Ketten an den Füssen oder trägt ein oder auch mehrere Holzkreuze.  Die Nazarener tragen grosse Kerzen, die nachts angezündet werden. Diese Pasos werden von Musikkapellen begleitet, die getragene Märsche spielen.

Man versucht, diese Prozessionen – je nach Darstellung des Bildes des Pasos – zeitlich an die Karwoche anzupassen, da sich aber die Szenen zum Teil wiederholen, gilt als Faustregel: je älter die Bruderschaft, um so später in der Karwoche. Die wichtigsten Tage sind sicherlich Gründonnerstag und Karfreitag. Den Beginn der Prozessionen macht am Palmsonntag in den meisten Städten und Dörfern die sogenannte „Borriquita“, sie zeigt wie Jesus von Nazareth auf einem kleinen Esel in die Stadt Jerusalem hineinreitet und von der Bevölkerung Jerusalems mit Oliven- und Palmzweigen empfangen wird (daher der Name Palmsonntag). Es können aber auch weitere Szenen dargestellt werden, wie eine Abendmahlsszene, die Verhaftung Jesu, seine Geisselung, die Kreuzigung oder Kreuzabnahme, eine Pietá oder auch die Auferstehung.

Sevilla - Das Herz der Semana Santa

Normalerweise wird bei den Prozessionen, abgesehen von der Szene der Leidensgeschichte Jesu, auch ein Marienpaso mitgetragen, der sogenannte Palio, bei dem der ganze Podest von einem Baldachin überdacht wird, der von schlanken Kandelabern getragen wird. Dieser Paso de Palio wurde in Sevilla geboren; den ersten Hinweis auf ihn findet man in einem alten Stich aus dem Jahr 1611, in der die Hermandad de Silencio (Bruderschaft des Schweigens) dargestellt ist. Diese Palios haben im Laufe der Jahrhunderte eine spektakuläre Entwicklung durchgemacht, bis sie ihre heutige prachtvolle Ausschmückung erreicht haben. Die Marienfigur trägt eine Krone und ist in prunkvolle Gewänder gekleidet, deren Samtmantel oft bis zum Boden reicht. Abgesehen von Goldfäden sind auch oft Edelsteine in die Gewänder genäht. Diese Palios selbst sind aus edlen Hölzern geschnitzt, mit Edelmetall verziert und über und über mit Blumen und Kerzen versehen. Die Kerzen sollen die Skulpturen in der Nacht beleuchten, da diese Prozessionen bis zu zwölf Stunden dauern können und in die Nacht hineingehen oder in der Nacht beginnen.

Sevilla ist sicherlich eine der Städte mit den meisten Prozessinen in der Karwoche. 76 Prozessionen, die alle in einer Woche stattfinden. Dafür wird der Streckenverlauf der verschiedenen Prozessionen genau vorgeschrieben.  Alle Prozessionen kommen an zwei Tribünen vorbei – meistens an der Kathedrale oder Hauptkirche der Stadt und am Rathaus. Damit es dort nicht zu Stau kommt, muss der Zeitplan und die Strecke jeder Prozession festgelegt und eingehalten werden. Trotzdessen kommt es häufig zu Verzögerungen und damit zu einem Stau gerade bei diesen Triünen, sei es wegen des Wetters oder auch jeglicher Vorkommnisse, die bei den stundenlangen Prozessionen auftreten können. Tausende von Personen begleiten diese Prozessionen durch die Stadt.

Diese Prozessionen, ursprünglich nur für die eigene Bevölkerung abgehalten, finden auch im Ausland immer grössere Nachfrage. Hierbei muss allerdings beachtet werden, dass das „normale“ Leben etwas aus den Fugen gerät und manche Sehenswürdigkeiten, wie Kirchen und Kathedralen, nicht für Touristen zu besichtigen sind, da sie für kirchliche Anlässe geschlossen werden. Nichtsdestotrotz ist die Karwoche ein Ereignis ganz besonderer Art, das jeden Besucher begeistern wird.

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