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Das Grabmal von Christoph Kolumbus


gaeatravel - Juni 8, 2024 - 0 comments

Das Grabmal von Christoph Kolumbus in der Kathedrale von Sevilla

Christoph Kolumbus starb am 20. Mai 1506 in Valladolid, nachdem er den Katholischen Königen Ferdinand und Isabel dorthin gefolgt war. Die Trauerfeier fand in der Kathedrale statt und sein Leichnam wurde zunächst im Kloster San Francisco in Valladolid beigesetzt. Sein Sohn Diego veranlasste drei Jahre später die Umbettung der sterblichen Überreste von Kolumbus in das Karthäuserkloster Santa María de las Cuevas von Sevilla. Die nun folgenden Ereignisse und die Überführung des Körpers von Kolumbus in verschiedene Länder zeigt, dass Kolumbus auch nach seinem Tod noch viel „gereist“ ist.

Bartolomé de Las Casas berichtet 1561 in seiner Geschichtsbeschreibung der Entdeckung der Neuen Welt „Historia de las Indias“, dass der Leichnam von Kolumbus von Sevilla nach Santo Domingo (Hispaniola) gebracht wurde. Hier wurde er in der Kathedrale beigesetzt. Im Jahr 1795 verlor Spanien Santo Domingo, die Insel fiel an Frankfreich und nachdem man Kolumbus nicht den Franzosen überlassen wollte, brachte man seine Gebeine nach Havanna (Kuba), wo sie in der dortigen Kathedrale beigesetzt wurden. Unter den verschiedenen Maßnahmen, die auf der Insel durchgeführt werden sollten, hielt Erzbischof Portillo die Überführung der Überreste von Kolumbus nach Havanna für eine der wichtigsten Aufgaben. Diesese wurde im März 1796 durch einen königlichen Erlass formell genehmigt. Dafür hatte man einen neuen vergoldeten Bleisarg in Auftrag gegeben, der wiederum in einen mit rotem Samt und Goldborte ausgekleideten Zedernsarg gelegt wurde. Dieser wurde in einen weiteren Aussensarg gelegt. Die verstreuten Knochen sowie die Metallplatten des zerfallenen, ursprünglichen Totenschreins wurden in diesen neuen Sarg gelegt. In der Kathedrale fand eine Trauerfeier mit einer andächtigen Messe und einer Trauerrede statt. Dann wurden die sterblichen Überreste in Anwesenheit des königlichen Hofes und einer feierlichen Prozession in den Hafen getragen, auf ein Schiff verladen und nach Havanna gebracht. Dort wurden sie in einem glanzvollen Akt, an dem die zivilen, militärischen und kirchlichen Behörden teilnahmen, dem Gouverneur der Insel, Luis de la Casas, übergeben. Der Leichnam von Kolumbus wurde in der Kathedrale von Havanna beigesetzt, wo er 100 Jahre liegen sollten. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts dachte die Stadtverwaltung von Havanna über den Bau eines Denkmals für die sterblichen Überreste des Admirals nach. Der Minister für Überseegebiete beauftragte die Königliche Akademie der Schönen Künste von San Fernando in Madrid mit der Auswahl des Denkmals. Es wurde ein ein öffentlicher Wettbewerb für den Entwurf des Denkmals ausgeschrieben und die Wahl fiel 1891 auf das Projekt des spanischen Architekten und Bildhauers Arturo Mélida y Alinari. Nach dem Verlust Kubas im Unabhängigkeitskrieg im Jahr 1898 wollte Spanien den Leichnam von Kolumbus von Havanna nach Spanien zurückbringen. Der Herzog von Veragua, die spanische Regierung und die Ständeversammlung sprachen sich für die Überführung der Gebeine aus. Die Regierung von Havanna genehmigte diese und es entstand eine Debatte darüber, wohin Kolumbus gebracht werden sollten. Es gab Überlegungen, ihn neben das Grab der Katholischen Könige in Granada zu stellen, ihn nach Huelva in das Kloster La Rábida, in die Moschee in Córdoba und in das Pantheon der berühmten Seeleute in San Fernando zu bringen. Die Entscheidung wurde jedoch von Kolumbus‘ Nachfahren, dem Herzog von Veragua, getroffen, der für die Kathedrale von Sevilla stimmte.

Kolumbus und die Religion als Instrument der Macht

1899 traf das Schiff im Hafen des Guadalquivirs ein, und der Leichnam von Kolumbus und die Dokumente, die seine Echtheit bescheinigten, wurden dem Herzog von Veragua übergeben. Die Urne wurde in einer feierlichen Prozession zum Tabernakel der Kathedrale gebracht und dann in die Krypta hinabgelassen, um dort provisorisch aufgestellt zu werden, da das Mausoleum noch nicht errichtet worden war. Bei seiner Ankunft in der Kathedrale von Sevilla wurde festegelegt, dass Christoph Kolumbus die Beerdigungsehren zuteil werden sollten, die die Verordnung für einen Generalkapitän der Armee vorsieht, der in einer Mission auf höchstem Befehl stirbt. Zunächst dachte man, dass der endgültige Standort die Kapelle Nuestra Señora de la Antigua sein würde, in der Kolumbus vor seinen Reisen betete. Aber auf Intervention des Künstlers des Denkmals, Arturo Mélida, wurde beschlossen, das Grabmal unter dem großen Fresko des Heiligen Christopherus und neben der Kapelle de Nuestra Señora de la Antigua in der Kathedrale aufzustellen. Nach der Überlieferung soll der Heilige Christophorus Christus über einen Fluss getragen haben, weswegen er traditionell als Beschützer der Reisenden gilt. Sein Bildnis wurde jahrhundertelang in Kirchen aufgestellt, weil jeder, der eine lange Reise unternahm, zu ihm um Schutz betete, und die Tradition besagte sogar, dass derjenige, der das Bild des Heiligen Christophorus sah, an diesem Tag nicht sterben würde. In Sevilla hatte sich Kolumbus mit Königin Isabella, die Katholische Königin,  getroffen, die die Religion zu einem Instrument der Macht machen würde: sie übergab dem Admiral und den nachfolgenden Seefahrern die Verantwortung, das Christentum, mit anderen Worten „Christus“, in die heidnischen Länder zu tragen, die sie jenseits der Meere finden würden, genau wie der gleichnamige Heilige. Der Zusammenhang lässt sich leicht herstellen, wenn man das Grab von Kolumbus besucht und dabei auch das Fresko des heiligen Christophorus mit Christus an der Wand daneben betrachtet. Das riesige Fresko an der angrenzenden Wand ist ein Kunstwerk von großem Wert, das von Mateo Pérez de Alesio, ein Schüler Michelangelos, im Jahr 1583 ausgeführt wurde.

Sind die Überreste tatsächlich von Kolumbus?

Am 17. November 1902 fand in Anwesenheit des Herzogs von Veragua, des Bürgermeisters, des Erzbischofs, des Stadtrats und der Provinzbehörden die feierliche Beisetzung des Sarges von Kolumbus in dem von Arturo Mélida entworfenem Mausoleum statt. Zu seiner Bewachung schuf der Bildhauer ein Denkmal, in dem vier Herolde, die die vier spanischen historischen Königreiche Kastilien, León, Aragon und Navarra repräsentieren, die damals die spanische Monarchie bildeten, auf einem Sockel stehen und durch ihre Symbole zu erkennen sind: Die Burg – Castillo im Spanischen – für Kastilien, der Löwe – León im Spanischen – für das Königreich León, die Streifen von Aragón und die Ketten von Navarra. Sie tragen einen Sarg auf ihren Schultern auf dem deutlich das Wappen Spaniens zu sehen ist. Auf dem Deckel des Sargs steht geschrieben: „Hier liegen die Gebeine von Christoph Kolumbus, erster Admiral und Entdecker der Neuen Welt R.I.P. A.“.

Die beiden Könige an der Spitze tragen außerdem ein Kruzifix – das Christentum – und eine Lanze – das Opfer – was ebenfalls eine religiöse Bedeutung hat. Kastilien stützt sich auf ein Ruder, als Symbol der Finanzierung der Schiffe, während die Lanze, die von León getragen wird, in einen Granatapfel sticht, als Symbol der Rückeroberung des letzten maurischen Königreiches Granada (Granatapfel im Spanischen heisst Granada) durch die Katholischen Könige, womit die christliche Rückereroberung – Reconquista – der Iberischen Halbinsel als abgeschlossen gilt und die erst eine Fahrt in die Neue Welt ermöglichte. Dass die Träger mit den Wappen Kastiliens und Leons aufschauen, während die mit den Wappen von Navarra und Aragón zu Boden blicken, soll eventuell darauf hinweisen, dass zunächst nur die ersteren vom Kolonialhandel profitierten und die beiden anderen bis 1778 davon ausgeschlossen blieben.

Das Mausoleum kam ohne den ursprünglichen Sockel nach Sevilla, da man sich darauf geeinigt hatte, einen neuen Sockel im neugotischen Stil zu bauen, um ihn an seinen neuen Standort anzupassen. Ursprünglich war der Sockel im Aztekenstil errichtet worden. Auf der Vorderseite des Sockels ist das Wappen der Stadt Sevilla „NO 8 DO“ zu sehen.

Zu Kolumbus‘ 500. Todestag wollte man nun nachweisen, dass die sterblichen Überreste, die sich in der Kathdrale von Sevilla befanden, auch wirklich von Kolumbus stammen. Nach den neuesten DNA-Studien, die 2006 vom Labor für genetische Identifizierung der Universität Granada durchgeführt wurden und bei denen die sehr spärlichen Überreste, kaum 200 Gramm Knochen, von Kolumbus mit denen seines Bruders Diego verglichen wurden, die in der Keramikfabrik La Cartuja in Sevilla begraben sind, wurden die in Sevilla aufbewahrten Überreste von Kolumbus für authentisch erklärt.

Auf jeden Fall authentisch sind Reisen mit Eurer „Incoming Agentur Gaea Travel“ durch Andalusien.

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