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Sacro Convento und Castillo de Calatrava la Nueva


gaeatravel - Mai 2, 2024 - 0 comments

Eine der bedeutendsten Burgkomplexe des Mittelalters

Das Heilige Kloster und die Burg von Calatrava la Nueva ist eine der bedeutendsten Burgkomplexe des Mittelalters und half den Rittern des Calatrava-Ordens, eine  Grenze zur Verteidigung des Königreiches Kastilien zu errichten. Sie hatte eine bedeutende strategische Position, da sie – zusammen mit der Salvatierra-Burg – die wichtigsten natürlichen Wege und Pässe zur Durchquerung der Sierra Morena kontrollierte, die die Hochebene Kastiliens mit der Guadalquivirebene verband.

Bei dieser Burganlage handelt es sich, in Bezug auf ihre Größe und ihren Erhaltungszustand, um eine der bedeutendsten Felsenburgen Europas. In dieser Anlage sind Gebäude aus verschiedenen Epochen zu sehen, vom Baubeginn der Burg im 13. Jahrhundert bis zu Gebäuden, die im Laufe des 18. Jahrhunderts errichtet wurden. Zahlreiche Bauten sind erhalten geblieben, so dass man sich eine Idee machen kann, wie die Mitglieder des Ordens hier gelebt haben.

Die Burg befindet sich in Aldea del Rey, in der Provinz Ciudad Real, auf dem kegelförmigen Hügel Cerro del Alacranejo, auf einer Höhe von 936 m. Der Fuss des Hügels ist von grossen Felsbrocken und Felsvorsprüngen umgeben, die einen Zugang erschweren. Der gepflasterte Weg, der bis zur Anlage führt, wurde anlässlich des Besuchs von Philipp II. in der Festung im Jahr 1560 angelegt.

Die genaue Entstehungszeit der Burganlage ist nicht bekannt, aber es gibt Hinweise darauf, dass es bereits eine frühere Burganlage gab, die eventuell noch aus muslimischer Zeit stammte und von den Christen umgestaltet wurde. Diese wurde bis Ende des 12. Jahrhunderts als Castillo de Dueñas bezeichnet. 1191 schenkten Rodrigo Gutiérrez Girón und seine zweite Frau Jimena die Hälfte der Pacht und Erbschaften, die sie in dieser alten Burg besassen, dem Calatrava-Orden. Drei Jahre später verkauften sie ihre Rechte an der Festung an den Orden. 1201 bestätigte Alfons VIII. dem Orden den vollen Besitz der Zitadelle. Im Jahr 1211 eroberten die Mauren die nahe gelegene Burg Salvatierra, die erst 1226 wieder unter christliche Herrschaft kam, was die strategische Bedeutung des Hügels, auf dem sich die Zitadelle befand, noch verstärkte.

Die heutige Festung, die von den Rittern des Calatrava-Ordens zwischen 1213 und 1217 nach der Schlacht von Las Navas de Tolosa erbaut wurde, nimmt eine Fläche von 46.000 m2 ein. Für ihren Bau wurden zum Grossteil Gefangene aus dieser Schlacht als Arbeitskräfte eingesetzt. Sie wurde als Hauptsitz des Ordens errichtet, um die weiter nördlich liegende Stadt Calatrava la Vieja zu ersetzen, in der der Militärorden Mitte des 12. Jahrhunderts gegründet worden war. Die Burg wurde von den Rittern des Calatrava-Ordens seit 1217 benützt, als sie sich entschlossen, sich hier niederzulassen und von hier aus die Dörfer des Ordens und des Königreiches Kastilien zu verteidigen.

Das Leben in der Burg

Die Burg ist von vier Mauern umgeben, die nicht nur zur Verteidigung dienten, sondern auch verschiedene soziale Schichten voneinander trennten. Zwischen der ersten und der zweiten Mauer lag ein Dorf, in dem die Bauern des Ordens lebten, zwischen der zweiten und der dritten Mauer waren die Handwerksmeister untergebracht, zwischen der dritten und der vierten Mauer befand sich der Bereich des Klerus mit der Klosterbasilika, dem Kreuzgang und dem Friedhof – das sogenannte Märtyrerfeld, und schließlich die vierte Verteidigungsmauer, die die eigentliche Mauer der Burg darstellte, die von den Rittern verteidigt wurde und in der sie alles unterbrachten, was mit dem Orden zu tun hatte, wie ihre wertvollsten Schätze und ihre Bibliothek.

Die Burg wurde bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts bewohnt. Dann wurde sie im Zuge der Säkularisation, die Minister Mendizábal 1835 zur Sanierung der Staatsfinanzen vornahm, aufgegeben.

Die Kirche, die sich im nördlichen Teil der Anlage befindet, ist aus dem 13. Jahrhundert. Sie ist von grosser, schlichter Schönheit und in einer Mischung aus Romanik, Gotik und Mudéjarstil errichtet. Sie ist das bedeutendste und am besten erhaltene Gebäude der gesamten Festung. Ihre Konstruktion besteht aus Quarzitsteinmauerwerk, das mit Sand und Kalkmörtel zusammengefügt wurde. Die Säulen, Bögen und Rippen der Gewölbe sind aus rotem Vulkangestein, das in der Umgebung sehr leicht zu finden war, da dieses Gebiet eines der bedeutenden Vulkangebiete der Halbinsel war. An der Fassade befindet sich eine große Rosette, die aus der Zeit der Katholischen Könige stammt. Die Strebepfeiler sind wie Türme gestaltet. Die Kirche besitzt einen basikalen Grundriss mit drei großen Schiffen mit Ziegelgewölben und drei Apsiden mit Spitzbögen. Auf der linken Seite befanden sich Grabkapellen, die später zerstört und zugemauert wurden. Der Kreuzgang des Klosters ist durch eine Tür im rechten Seitenschiff zugänglich. Es ist nur noch das Erdgeschoss aus Ziegelsteinen erhalten. Um den Kreuzgang herum befinden sich das Refektorium und die Küche. Hier liegt auch der Kapitelsaal, einer der wichtigsten Räume der Anlage, da sich hier die Ordensritter trafen, um über Dinge, die den Orden und die Gemeinschaft betraf, Rat zu halten. In diesem Raum wurden die Überreste von 6 Rittern entdeckt (es ist nicht genau bekannt, wer sie waren oder welche Funktion sie hatten, obwohl in diesen Räumen normalerweise die Prioren begraben wurden). Ebenfalls erhalten sind die Überreste einer Wandmalerei, die einen Streit zwischen den Rittern des Ordens und Moslems, die auf ihren Pferden kämpfen, darstellen könnte.

Ein sehr wichtiger Teil der Burg sind die Zisternen, die miteinander verbunden waren, um das in der Regenzeit gesammelte Wasser zu nutzen, damit es nicht verloren ging. Die Ritter entwickelten eine Abdichtungsmethode, um ihre Zisternen abzudecken und zu verhindern, dass das Wasser durch die Mauern sickerte.

Weitere Räume der Zitadelle waren für die Handwerker vorgesehen. In der Calle de los Artesanos findet man einige Räume, die dank der darin gefundenen Überreste sehr gut erkennbar sind. Am Anfang stand die sogenannte Blutmühle (die von Tieren gezogen wurde, daher der Name), gleich daneben der Brotbackofen (in dem die Bäcker ihr tägliches Brot herstellten) und genau gegenüber ein Keramikofen. Auch findet man hier Ställe und einen Empfangs- und Unterkunftsbereich für mögliche Besucher.

Ein Hauch von Umberto Eco

Die Burg liegt in der Mitte und am höchsten Punkt der Festung. Ihr erstes Tor mit Spitzbogen diente als Barbakan zum Schutz des zweiten Tores, zu dem man über einen rechtwinkligen Weg ins Freie gelangt. Das zweite Tor liegt in der Burgmauer und bietet Zugang zu einem großen Stall mit spitzem Tonnengewölbe, der durch Pfeiler von einem Paradeplatz getrennt ist. Auf dem Paradeplatz führt rechts eine moderne Wendeltreppe aus Stein zum alten Archiv des Ordens. Auf der linken Seite liegt der Eingang zur Kammer des Ordensmeisters, mit dem Calatrava-Kreuz über dem Spitzbogen, darunter eine Zisterne. Gegenüber befindet sich der Haupteingang zu den Räumen der Burg; hier führt eine große Treppe zu verschiedenen Räumen. Im letzten Stockwerk kann man die gesamte Anlage überblicken. Der Blick ist beeindruckend: Im Süden sieht man die Sierra Morena, im Osten die Burg von Salvatierra und Calzada de Calatrava (ein Dorf, das als Getreidespeicher der Festung konzipiert war).

1997 diente der Ort als Schauplatz für die Verleihung der Ehrendoktorwürde an Umberto Eco durch die Universität von Kastilien-La Mancha, da er unweigerlich an den Schauplatz seines Romans „Der Name der Rose“ erinnert.

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